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Alcandors Spiegel
Eine phantastische Komödie
Frei nach "L'Illusion" von Pierre Corneille
3D,6H
Pridamant, der Vater Clindors, ist auf der verzweifelten Suche nach seinem Sohn.
Seine letzte Hoffnung ist der Zauberer und Philosoph Alcandor, der mit einem
Zauberspiegel in die entferntesten Winkel der Welt sehen kann. Pridamant fleht
ihn an, ihm zu helfen. Alcandor willigt ein. Eine Bedingung muss Pridamant
akzeptieren: Der Zauberer zeigt ihm Alles, was Clindor erlebt, er darf aber nur
stummer Zuschauer bleiben. Und so beobachtet Pridamant im Spiegel die Abenteuer
seines Sohnes. Clindor erobert Frauen, dient sich bei Adeligen hinauf, macht
sein Glück, verspielt es, gerät in Raufhändel und wird schliesslich von
Soldaten getötet. Das letzte Wort hat Alcandor:
Und glitzernd wie der Phönix aus der Asche hebt Dichtung an und lügt sich in die Tasche. Man gibt sich
dumm, man gibt sich klug, schwätzt stets zuviel und nie genug, man geht, man liegt, man steht, man
sitzt, das Haar verrutscht, das Kleid verschwitzt, man spielt sich aus und lügt sich frei, schreit nach der
Mode letztem Schrei, gebärdet sich je nach Geschmack als Königssohn, als Lumpenpack, je nach Regie
und je nach Wetter als Weltverderber, Welterretter, legt - ach, ihr schwankenden Gestalten !!! - Gesicht
und Herz in künstlich' Falten, stopft sich die Hosen aus, das Mieder, singt teuflisch‘ und singt englisch‘
Lieder, schminkt sich die Lippen blutig rot und ingnoriert im fremden e i g' n e n Tod...
Doch lassen wir den Sohn, den Vater. Die Welt ist Welt und nicht Theater. Man muss nur in Alcandors
Spiegel schau‘n und sieht real reales Graun. Die Welt ist weder Spiel noch Wiese, nur Kampf seh‘ ich, nur
Krieg, nur Krise und seh‘ am Ende schaudernd ein:
Der Mensch würd‘ selbst als GOTT nur Plagiat des Teufels
sein !!!
Link zum Thema: Pierre Corneille
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