Luther

Neoromantische Oper

Martin Luther, ein deutscher Revolutionär. Kaum ein Anderer hat die Welt verändert wie er. Er legt sich mit den Mächtigen seiner Zeit an: Papst, Kaiser, mit dem Teufel selbst. Mönchlein, Mönchlein, du tust einen schweren Gang!, sagt Kaiser Kaiser Karl auf dem Wormser Reichstag zu Martin Luther. Er hatte Recht. Es war ein schwerer Gang. Ist es noch. Immer wieder. Für Luther und für alle ihrem Gewissen verpflichteten Männer und Frauen unserer an Lüge und Gewalt so reichen menschlichen Geschichte, die allein auf sich gestellt ihren Mut vor Fürstenthronen beweisen müssen.

Das Stück beginnt mit einem Schwur. Die Heilige Anna, Schutzpatronin der Bergleute, nimmt Martin Luther das Versprechen ab, Augustinermönch zu werden und eine Pilgerreise nach Rom zu unternehmen, nachdem sie den jungen Studenten der Rechtswissenschaften vor einem heftigen Gewitter errettet hatte. Die Heilige, mit den Schwächen der menschlichen Natur vertraut, glaubt nicht so recht an Luthers Schwur und wird ihn in der Gestalt der „Hexe“ Barbara als Kontrollinstanz durch das Stück begleiten. In Rom begegnet Luther zum ersten Mal der Heuchelei und Korruption der Katholischen Kirche. Der selbstsüchtige und verschwenderische Papst Leo X. hat Michelangelo mit dem Bau des Petersdomes beauftragt. Die Kosten seines ehrgeizigen Projektes will er den Gläubigen aufbürden. Papst Leo inszeniert einen europaweiten, schwungvollen Handel mit Ablassbriefen. Die Vergebung der Sünden erfolgt nach einer festgelegten Preistabelle. Sogar Blankoschecks gibt es: Du zahlst sofort und sündigst später ! Martin Luther ist angewidert. Das ist nicht seine Kirche ! Auf dem Rückweg nach Wittenberg begegnet er im Kloster Nimbschen der 16 - jährigen Katharina von Bora. Ihr Vater, ein verarmter Adeliger, hatte seine Tochter gegen ihren Willen in das Kloster verfrachtet, wo sie und ihre Mitschwestern die Herrschaft einer frustrierten Äbtissin ertragen müssen. Das schwärmerisch veranlagte Mädchen verliebt sich in den jungen, gutaussehenden Mönch. Luther reist weiter. Jahre später wird er Katharina auf dem Schlachtfeld des Bauernkrieges wiederbegegnen und lieben lernen. Luther und Barbara treffen auf Johannes Tetzel, Leos Mann für’s Grobe. Der Ablassprediger zieht mit einer Gruppe SchauspielerInnen durch Deutschland, die den Bauern zwecks Erhöhung ihrer eher fragwürdigen Zahlungsmoral alle Qualen der Hölle vor Augen führen. Luther greift Tetzel an. Vergesst den Papst und seine Ablassbriefe, sie sind nicht mehr wert als das Schwarze unter den Fingernägeln des Teufels ! Die begeisterten Bauern scharen sich um Martin Luther. In Wittenberg schlägt er seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Tür der Schlosskirche. Tetzel überbringt Luther die päpstliche Bannbulle mit der Androhung seiner Exkommunikation, falls er nicht widerrufe. Luther bleibt hart. Selbst dem Teufel wird es nicht gelingen, ihn von seinem Wege abzubringen…

LUTHER – ein monumentaler Bühnenstoff und ein dieser - vielleicht faszinierendsten ! - Figur der europäischen Geschichte entsprechendes grosses, sinnliches Musiktheater. Wuchtige Chöre, z. B. Chor der Ministranten, Chor der Novizinnen, der Sieben Todsünden und mittelalterliche Massenszenen: die Visionen der Seherin Maria, der Reichstag zu Worms, die Bauernkriege wechseln sich ab mit Momenten berührender Tiefe und Innigkeit, z.B. Luthers Zweifelsarie, Barbara auf dem Scheiterhaufen, Katharinas Wiegenlied für den sterbenden Bauern sowie Tanznummern wie das Terzett von Jakob Fugger, Bischof Albrecht, Kaiser Karl oder der (ba)rockige Auftritt der entfesselten Novizinnen … Auch der Humor kommt nicht zu kurz ! Martin Luther hatte einen schlagkräftigen Witz, der, wie unter Anderem die Szene seiner Predigt in der Wittenberger Schlosskirche und seine div. Dialoge mit Friedrich dem Weisen beweisen, in den Jahrhunderten seit Luthers Auftreten in der Geschichte nichts von seiner Wirkung eingebüsst hat. LUTHER - eine grosse Geschichte mit opulenter Musik, eine Synthese aus dem Besten, wofür Musical und Oper stehen.


Presse:

Ibbenbürener Volkszeitung 6.3.2010

Lübecker Nachrichten 6.3.2010

Main-Netz 6.3.2010

inFranken 7.3.2010

Nordbayern Kurier 7.3.2010

Oberpfalznet 12.4.2010


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