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Metropolis- Lieder der Großstadt
 
Auswahl
SCHWARZER KRIEGER
Freie Wildbahn, freie Beute / Hart und blutig war die Schlacht /
Losgelassen ist die Meute in der Hitze dieser Nacht / Jede Schlacht hat ihre Sieger /
Jeder Fluchtweg ist versperrt / Abgedrängt ein schwarzer Krieger stützt sich müde auf
sein Schwert / Und er denkt, die Tränen schimmern, denkt an seiner Väter Land. / Doch
er kann sich nicht erinnern / Denn er hat es nie gekannt. / Diese Stadt ist
durchgeschnitten / Schwarz ist schwarz und weiss bleibt weiss / Harte Gegner,
harte Sitten / Jeder Sieg hat seinen Preis !
Einsam stehst du, schwarzer Krieger / Und das Stadion ist leer /
Deine Mannschaft war der Sieger / Und dein Fall ist tief und schwer / Diese Stadt
hat dich geboren / Sieh sie dir noch einmal an ! / Du hast diese Stadt verloren ! /
Schwarzer Krieger, schwarzer Mann !
Freie Wildbahn, freie Beute / Hart und blutig war die Schlacht /
Losgelassen ist die Meute in der Hitze dieser Nacht / Weisse Menschen und Sirenen /
Und das Pflaster färbt sich rot / Blaue Augen ohne Tränen / Black ist beautiful und tot !
GROSSE LIEBE
Blonder Junge, stehst im Regen / Mit dem Herz in deiner Hand /
Weinst um deine grosse Liebe / Und man schafft sie aus dem Land !
Refrain
Alles geht einmal vorbei ! / Glaub‘ mir, Junge, das ist Lüge,
dieser Schmerz gibt dich nicht frei !
Grosse Liebe kam von Süden / Braune Augen / Wie Café / Und sie wollte niemals lügen / Denn das Lügen
tut so weh / H e i m l i c h habt ihr euch gesehen /
Scharfe Augen hat der Hass / H e i m l i c h, sonst ist nichts geschehen / Ausser deinem deutschen Pass !
Blonder Junge, stehst im Regen / Mit dem Herz in deiner Hand / Fort geht deine
grosse Liebe / Und mit ihr geht dein Verstand !
Die Familie war dagegen / Heiss der Süden / Hart die Hand / Blonder Junge, bleib‘ im Regen ! /
Liebe ab in‘s Sonnenland ! / Grosse Liebe war versprochen / Schon von Kindesbeinen an / Dreizehn Jahre
war das Mädchen, fünfzig Jahre ist der Mann ! / Und ein Auto fährt im Regen / Bleich am Fenster ein Gesicht /
Fährt dem Sonnenland entgegen / Reichlich S o n n e ! / Wenig L i c h t ! /
Blonder Junge, weinst vergebens /
Sie kommt niemals mehr zurück / Mit ihr ging dein halbes Leben und dein ganzes Lebensglück !
Alles geht einmal vorbei ! / Alles geht einmal vorbei ! / Glaube mir, verbot'ne Liebe gibt dich lebenslang
nicht frei !
HONIGMOND
Mond / Honigmond / Sternenhimmel / Häusermeere / Fliegen lohnt / Schliess die Augen, fühlst du,
wie wir schweben ? / Schick die Feinde fort und lass sie leben ! / Hallo, Liebe, hörst du mich ? / Halt mich fest,
ich liebe dich ! / Flieg‘ mit mir zum Firmament ! / Schnall dich an, die Venus brennt !
Hallo, Liebe, komm, ich warte, schenk‘ mir eine Eintrittskarte !
Stern / Abendstern / Stehst zum Greifen nah und bist uns doch so fern / Mach aus Liebeslügen
Liebesmärchen, mach aus Liebeskummer Liebespärchen ! / Neue Wege / Neue Gleise / Jeder reist auf seine Weise /
Hallo, Liebe, komm, ich warte ...
Schenk‘ mir deine Eintrittskarte !
Nie ! Nie zurück ! / Tausend Tritte, tausend Bisse ins Genick / Heimat, deine Pranken schlagen
Wunden / Deine Streicheleinheit zählt Sekunden / Halt mich fest, die Nacht wird kühl / Schenk mir, Liebe,
Nachtasyl / Hand in Hand im Sternenwald / Millionen Jahre alt ! // H e im ! / Endlich heim ! / Halt‘ mich fest
und fester, lass mich nicht allein ! / Wie ein Vogel frei sind die Gedanken / Schneller als das Licht und ohne
Schranken / Und ihr gold‘ner Sternenwagen soll mich durch den Himmel tragen / Hallo, Liebe, komm, ich warte, mit
und ohne Eintrittskarte !
METROPOLIS
Ich laufe durch die Strassen / Mein Herz ist eingeschneit / Ich laufe durch METROPOLIS in meinem
Sommerkleid / Die Tochter abgedriftet / Die Mama blond und cool / Gelassen und geliftet am beheizten
swimming pool / Den Arsch voll Geld / Das Rückgrat schief / Forever young wie corned beef !
Das ist der Metropolen Blues mit den Metropolen - News / Der Frühling kurz / Mit Nullbudget / Der
Sommer immer schon passé / Der Metropolen Blues , die Metropolen - News: ob Celsius, ob Fahrenheit,
ich hab' nur dieses Mädchenkleid !
Hey Mama, ich bin müde ! / Hey Mama, schau‘ nicht fort ! / Schenk‘ mir ein bisschen Liebe, denn bestraft
wird Kindesmord ! / Lass sein, ich halt‘ mich w a c k e r ! / Ich will dich nicht g e s c h e n k t ! / Ich mache
mich vom Acker / Hättst mich doch im Pool ertränkt ! / Ich lach' dir, Mama, ins Gesicht, auch wenn dabei
mein Herz zerbricht !
Das ist der Metropolen Blues mit den Metropolen News / METROPOLIS, du machst mir Stress / Mein
Herz klopft laut , funkt S O S !!! / Der Metropolen Blues, die Metropolen - News: du sagst, mir fehlt der
letzte Biss und beisst mich weg, METROPOLIS ! / Und weiter, immer weiter / Richtung Nord im Dauerlauf
/ Vielleicht steht da 'ne Leiter, und ich steig zum Himmel auf / Vielleicht treff‘ ich den Petrus , und ich werd
sein General, dann schick ich dir 'n Meteor mit einem Feuerstrahl / Ich bleib‘ als Stern am Himmelszelt,
und du schmorst in der Unterwelt !
Das ist der Metropolen Blues mit den Metropolen – News: du sagst,
mir fehlt der letzte Biss und beisst mich weg, METROPOLIS ! / Der Metropolen Blues, die Metropolen -
News : METROPOLIS, ich mach‘ mobil und geh‘ auf immer ins Exil !
EINBAHNSTRASSE
Fern im Osten steht ein abgebranntes Haus / Nur vier Menschen kamen aus den Flammen raus / Eine
Frau, zwei Kinder und ein Greis, und man nahm sie, schob sie auf ein totes Gleis !
Refrain
Einbahnstrasse in die Einsamkeit / Millionen Kilometer weit ! / Menschen, die man frier‘n und hungern
lässt ! / Einbahnstrasse, Einbahnrichtung West !
Eine Frau, zwei Kinder, ein verschleppter Mann / Und der Greis stieg aus, kam nie im Westen an / Er sah
in die Zukunft, sah genug / Er schrie auf, und er sprang schreiend aus dem Zug ! / Und die Frau, sie bot
sich an in ihrer Not / Und sie nahmen sie und schlugen sie dann tot / Ihre Kinder wurden weggebracht /
Und sie floh‘n und zogen plündernd durch die Nacht / Und die Kinder wurden gross und hart und kalt / Und
sie sprachen nur die Sprache der Gewalt ! / Und sie holen sich von dieser Stadt, was die Heimat ihnen
vorenthalten hat / Grossalarm, die Männer wurden schnell gefasst / Krieg den Hütten ! / Friede dem
Palast ! / Wer das Fleisch aus fremden Töpfen will: ab nach Hause, weg mit Schaden, weg mit Müll ! /
Einbahnstrasse in die Einsamkeit / Millionen Kilometer weit / Richtung Osten, Richtung Vaterland ! / Vater
fort und die Adresse unbekannt !
Fern im Osten steht ein abgebranntes Haus / Nur vier Menschen kamen aus den Flammen raus / Eine
Frau, zwei Kinder und ein Greis ! / Und man nimmt sie, schiebt sie auf ein totes Gleis !
LIEBER JO !
Weit aus Heaven's Avenue hör' ich: klick klack deine Stöckelschuh' / Lieber Jo, ich sag‘ dir Dank für dein
kurzes lebenslang ! // Lebenslang, hast du geschwor'n / Lebenslang, du hast den Kampf verlor'n ! / Lieber
Jo, der Schmerz sitzt tief / Jung warst du und positiv !
Weit aus Heaven's Avenue hör' ich: klick klack deine Stöckelschuh' / Lieber Jo, ich sag‘ dir Dank für dein
kurzes lebenslang !
Es war Winter, und ich fror, als ich frierend mich in dir verlor / Und die Welt war sommerwarm, als ich
wieder zu mir kam // Und wir liefen Hand in Hand ahnungslos durch unser Sommerland / Kurz und heftig
war der Lauf, dunkle Wolken zogen auf // Jo, verzeih‘ mir, wenn ich log / Wenn ich mich zu trösten dich
betrog / Der Betrug fiel mir nicht leicht / Er hat nie mein Herz erreicht // Lieber Jo, aus tiefster Not schriest
du: wer ist da ?! / Es war der T o d ! / Und du liessest ihn herein / Jeder stirbt für sich allein ! // Weit aus
Heaven's Avenue hör' ich: klick klack deine Stöckelschuh' ! / Lieber Jo, ich sag‘ dir Dank für dein kurzes
lebenslang !
WODKA
Er war nur ein Bastard / Sie zogen ihn gross / Die Frau von ganz unten / Der Mann arbeitslos / Sie
nannten sie Schlampe und Wodka den Mann ! / Er sprach nur vier Worte: F a s s, Wodka, greif an !
Und Wodka war folgsam / Ein Bastard lernt schnell / Die Peitsche vor Augen
und blutig das Fell !
Und Wodka wurd härter ! / Wie Stahl jedes Pfund / So wird man ganz unten als Mensch und als Hund / Er
fühlte die Peitsche, die Schläge nicht mehr / Ein König der Strasse / Die Strasse war leer / Zur Jagd wurd‘
geblasen und Wodka in Not / Zu viele die Hasen / Sie schossen ihn tot / Das Leben geht weiter / Heut‘ du,
morgen ich / Beisst du nicht die Andern, dann beissen sie dich !
Er ist nur ein Bastard, ganz nass noch sein Fell, sie nennen ihn Wodka
und Wodka lernt schnell !
MITTERNACHT
Mitternacht, und sie liegt zitternd neben mir so jung, und draussen schläft die Stadt / Und ich reiss das
Fenster auf, die Liebe stirbt, wenn sie nicht Luft zum Atmen hat / Und ich streck‘ den Kopf hinaus und will
die Nacht in meine heissen Lungen ziehn / Und ich schau‘ hoch zu den Sternen, wünsch‘ mich fort in
weite Fernen / Immer weiter / Und die Nacht riecht nach Urin !
Keine Antwort, keine Fragen , fast erloschen ihr Gesicht / Und ich will es ihr zerschlagen und versuch‘s
und kann es nicht / Frauenkörper voller Wunden, Männerseelen voller Müll / Morgen früh bin ich
verschwunden, soll sie haben, wer sie will !
Ungewollt kam sie zur Welt und schlug sich durch von Mann zu Mann, von Heim zu Heim / Und sie kam in
diese Stadt und wollte härter als der Siegesengel sein / Mit den Augen wie Rubine / Platinbrüsten und die
Engelsflügel Gold / Und sie nahm und liess sich nehmen / Und sie zähmte, liess sich zähmen / Und dann
hat die Welt sie wieder nicht gewollt ! / Keine Antwort, keine Fragen , fast erloschen ihr Gesicht / Und ich
will es ihr zerschlagen und versuch‘s und kann es nicht / Und sie hat die Welt belogen, ausgeraubt von Pol
zu Pol / Harte Schale, harte Drogen / Heroin und Alkohol !
Tausend Mal hat sie geschworen, tausend Mal mit ihren Tränen mich bedeckt / Tausend Mal hat sie
verloren, tausend Mal hab ich die Tränen abgeleckt / Und ich hasse diese Frau und wühl‘ mich schreiend
in ihr nass geschwitztes Kleid / Und ich liebe sie noch immer / Und ich höre ihr Gewimmer / nackt steht sie,
schreit sich die Seele aus dem Leib ! / Keine Antwort, keine Fragen / Fast erloschen ihr Gesicht / Und ich
will es ihr zerschlagen und versuch‘s und kann es nicht / Und ich fasse ihre Hände, küsse ihren
Kindermund / Uns‘re Liebe geht zu Ende auf dem allertiefsten Punkt !
Später Tag, und sie liegt schlafend neben mir so kalt und draussen tobt die Stadt / Ich steh‘ auf und zieh
mich an, das Leben stirbt, wenn es nicht Luft zum Atmen hat / Und ich schleiche wie ein Dieb zur Tür und
will hinaus in fremde Länder geh‘n / Ganz von vorn will ich beginnen, neues Leben mir gewinnen, und sie
schaut mich an, und ich bleib‘ weinend steh'n.
Keine Antwort, keine Fragen, fast erloschen ihr Gesicht /
Und ich will es ihr zerschlagen und versuch‘s und kann es nicht / Grosse Städte, kleine Tode / Vom
Minister bis zum Punk kommt das Sterben gross in Mode, vor der Zeit und lebenslang !
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